Gruppenfoto bei der Ankunft am Gardasee

Alpencross Füssen – Gardasee

Tag 1 – Füssen nach Imst

Es hat die ganze Nacht durch geregnet. Das Plätschern in der Dachrinne war so laut, das man kaum schlafen konnte. Für 9 Uhr war „Sattelkontakt“ angesagt, d.h. Abfahrt.  Bei der Abfahrt war es immer noch am Nieseln. Zur Mittagspause waren wir in Ehrwald, wo wir völlig durchnässt und saumässig dreckig in die dortige Pizzeria einfielen. Die waren auf uns super vorbereitet. Auf allen Stühlen wurden schnell alte Handtücher ausgebreitet und wer wollte, konnte seine nassen Sachen in den Trockner stecken lassen. Einfach Klasse!
Nach dem Essen ging’s dann auf Schotter zum Fernpass hoch. Nach 78km und 1300hm kamen wir dann glücklich in Imst an.

Tag 2 – Imst nach Nauders

Der Tag begann heute trocken mit vielen Restwolken bei ca. 15 Grad. Ich hatte mich entschieden heute die schwerere Variante 2 zu fahren. Der Hauptgrund dafür war die versprochene Aussicht vom „Gachenblick„. Bis dahin waren jedoch fast 1000hm bei durchweg 12% Steigung zu bewältigen. Der Ausblick war echt super und es wurde immer sonniger. Nach einer Pause gings dann rasant Bergab an den Inn. Im „Wilden Mann“ in Tösens wurde dann später die Mittagspause gemacht.  Eigentlich müsste das Lokal aber „wilde Oma“ heissen, denn die Wirtin war bestimmt bald 70 und total resolut.
Bis Martina in der Schweiz ging’s dann relativ flach immer am Inn entlang. Dann wurde es nochmal richtig ernst, denn es mussten nochmal 500hm auf Schotter bis zur Norberthöhe überwunden werden.  Das war ein hartes Stück Arbeit. Insgesamt habe ich heute 75km und 1920hm gefahren.  Im Hotel gab’s dann zur Entspannung erstmal ein Bier…

Tag 3 – Nauders nach Meran

Die ganze Nacht hat es geregnet und beim Start heute Morgen um 8:30 Uhr hingen die Restwolken noch ziemlich tief. Gleich nach dem Start ging es mit durchschnittlich 15% Steigung dann ca. 700hm hinauf auf das Plamort. Laut unserem Tourguide hat man von dort einen Super-Ausblick auf den Reschensee und das Ortler Massiv. Als wir oben ankamen waren wir komplett im Nebel. Sichtweite unter 50m. Auf der Abfahrt, nur ein paar Meter unter dem Gipfel, rissen die Wolken dann plötzlich auf. So war die ganze Quälerei dann doch nicht umsonst. Vom Plamort waren dann noch 80km zu fahren, grösstenteils allerdings bergab. 40km vor Meran fing es heftig an zu regnen, so das wir wieder pitschnass im Hotel ankamen.
Insgesamt sind wir heute 98km und 1070hm gefahren.

Tag 4 – Meran nach Tramin

Heute Morgen haben wir zum ersten mal vernünftiges Wetter. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint. Genau so wie man es von Südtirol erwartet. Vom Hotel aus fahren wir durch die Apfelplantagen zu den Montigler Seen. Ich fahre heute nur die Variante 1, d.h. die „leichte“ Tour. Nur 2 Leute haben sich für die schwere Tour entschieden. An dem See halten wir zum Baden und für die Mittagspause.  Danach sind wir nach Kaltern gefahren, wo wir eine Kaffee/Eispause eingelegt haben. Durch die Gruppengrösse und die verschiedenen Leistungslevel mussten wir sehr oft halten und auf die lansameren warten. Das war anstrengend und nicht ganz so schön. Am Ende waren es dann 1033hm und 56km.

Tag 5 – Tramin nach Nembia

Bei strahlendem Sonnenschein sind wir heute Morgen in Tramin an der Wein Straße gestartet. Rund 35km sind wir entlang der Brenta Dolomiten durch die Weinberge gefahren. Dann wurde es ernst, denn wir mussten aus dem Tal heraus nach Andalo. Das liegt auf ca. 1040m. Der Anstieg dorthin war mit 15% bis 20% Steigung echt hart. Für mich war das die bislang schwerste Etappe. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich nicht die richtige Übersetzung habe. Gegenüber den anderen fehlen mir 1-2 kleinere Gänge. Am Lago di Molveno angekommen,  haben wir uns erst mal ein großes Eis gegönnt.  Von dort zum Hotel am Lago di Nembia waren es dann nur noch ein paar Kilometer. Insgesamt waren es heute 1420hm und 61km. Nur noch eine Etappe und dann bin ich am Gardasee. Unglaublich…

Tag 6 – Nembia nach Riva

Heute Morgen fuhren wir bei bestem Wetter zuerst auf einem schönen Trail hinunter nach Ponte Arche. Ab hier wurde es dann richtig anstrengend beim Aufstieg über Lundo zum Passo San Giovanni. Immer wieder hatten wir tolle Ausblicke auf das tief unten liegende Tal. Der Weg durch den Wald führte teilweise über betonierte Stücke (Rampen ) mit bis zu 26% Steigung. Da ist selbst Schieben unglaublich anstrengend.  Nach ca. 30km erreichten wir dann den Aussichtspunkt auf den Gardasee. Nach zahllosen Fotos fuhren wir dann auf einem steilen Trail hinunter zum Lago di Tenno, wo die andere Gruppe auf uns wartete. Das letzte Stück fuhren wir dann zusammen auf dem „Adrenalina-Trail“ nach Riva hinab. Dieser Trail ist so steil, dass wir auf halbem Weg anhalten und die Bremsen kühlen mussten. Am Gardasee angekommen, haben wir uns dann erstmal ein kühles Bier gegönnt. Insgesamt waren es heute knapp 1200hm und 48km.

Fazit

Eine super Bikewoche ging heute zu Ende. Insgesamt bin ich 422km und 7943 Höhenmeter gefahren. Mein Ziel „nicht immer der Letzte zu sein“ habe ich zumindest teilweise erreicht und ich bin mit mir voll zufrieden.
Die Stimmung in der Gruppe war von Anfang an gut. Selbst das miese Wetter am Anfang hat daran nichts geändert. Die Leistungslevel waren innerhalb der leichten bzw. schweren  Gruppe -bis auf eine Ausnahme-  relativ gleich. Wirkliche Kritikpunkte gibt es eigentlich kaum. Es war eine rundum gelungene Tour und für mich bestimmt nicht die Letzte…

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