Der Lechweg – von der Quelle bis zum Fall

Nachdem die Alpenüberquerung letztes Jahr (Tegernsee – Sterzing) einfach genial schön war, wollten wir dieses Jahr über den Lechweg wandern. Dieser führt über ca. 125km von Lech am Arlberg nach Füssen. Der Lech ist einer der letzten wilden, ungezähmten Flüsse in Europa. Die Wanderung beginnt auf ca. 1800m Höhe am Formarinsee. Ab hier geht’s dann tendenziell nur noch bergab 🙂 Tatsächlich muss man aber schon einige Höhenmeter bergauf gehen, denn das Lechtal ist zu einem großen Teil recht schmal und dann verläuft der Wanderweg weiter oben am Berg entlang. Das ist aber auch gut so, denn immer nur am Fluss entlang laufen, wäre sicherlich schnell langweilig. Abgesehen vom Wetter (was man ja nicht ändern kann), gibt es nur einen Punkt an dieser Wanderung, der uns nicht gefallen hat. Und das sind die Einkehr- und Pausenmöglichkeiten. Almhütten oder Berggasthöfe gibt es nur im oberen Bereich zwischen Formarinsee und Lech. Im weiteren Verlauf waren die Gasthöfe entweder geschlossen, oder lagen so kurz vor dem Etappenziel, dass sich eine Pause einfach nicht mehr lohnte. So ist zum Beispiel die Schaubrauerei in Holzgau Dienstags geschlossen, Mittwochs ist an der Jöchlspitzbahn Ruhetag und Donnerstags ist im Gasthof bei Klimm Ruhetag. Wer diese Erfahrungen vermeiden will, sollte die Tour nicht an einem Sonntag starten.

Blick aus dem Hotelzimmer vor dem Start
Blick aus dem Hotelzimmer vor dem Start

Formarinsee – Lech

Die heutige Etappe startete mit der Busfahrt vom Hotel zum Formarinsee. Nach ca.40 Minuten begann dann die eigentliche Wanderung. Da das Wetter viel besser als vorhergesagt war, haben wir zusätzlich noch den Formarinsee umrundet. Der Weg von der Freiburger Hütte war echt anspruchsvoll. Da es in der Nacht geregnet hatte, war es stellenweise sehr rutschig.

Zahlreiche kleine Bäche lassen den Lech immer größer werden. Überall sprudelt und rauscht es. Leider ist das Wetter nicht ganz so toll. Wir mussten heute bestimmt zehn mal die Regenjacken an und kurze Zeit später wieder ausziehen.

Lech – Gehren

In der Nacht hatte es kräftig geregnet und beim Start hingen die Wolken noch ziemlich tief. Laut Wettervorhersage sollte es heute  nicht wesentlich besser werden. Hinter Lech verengt sich das Tal zu einer schmalen Schlucht. Für den Wanderweg ist da kein Platz mehr und so geht der Weg über den Berg.

Unbekannter Bach am Lechweg

Gehren – Holzgau

Heute war der erste Tag an dem es nicht geregnet hat. Früh am Morgen hingen die Wolken zwar noch tief zwischen den Bergen, aber nach und nach wurde es dann immer besser.

Gehren

Der Wanderweg verläuft bis kurz vor Steeg hoch über dem Tal immer am Berg entlang. Unten am Lech angekommen, haben wir uns dann tatsächlich mal kurz verlaufen. Die Wanderkarte und der GPS Track stimmten nicht überein und wir haben uns nach dem GPS Track gerichtet. Das war ein Fehler 🙁 Beim nächsten Mal vertrauen wir lieber der Wanderkarte.

Lech vor Holzgau

Holzgau – Elbigenalp

Unsere heutige Etappe begann bei strahlendem Sonnenschein mit einem kleinen Highlight, der Hängebrücke bei Holzgau.

Hängebrücke bei Holzgau

Die Brücke ist etwa 200m lang und überquert in 110m Höhe die Höhenbachschlucht. Es wackelt ganz ordentlich auf der Brücke, aber alle haben es geschafft. Nur das Fotografieren von hier Oben ist etwas schwierig. Danach führt der Weg dann hoch über dem Talboden über schmale Pfade nach Elbigenalp.

Blick auf Bach

Elbigenalp – Stanzach

Wie auch in den letzten Tagen begann unser Tag heute mit frischen 15 Grad auf dem Thermometer. Es war zwar komplett bewölkt aber immerhin trocken. Das sollte leider nicht so bleiben… Bis Häselgehr verläuft der Weg fast immer direkt am Lech entlang. Das ist nicht ganz so spannend und man kann dieses Stück getrost auch mit dem Bus zurücklegen. Hinter Häselgehr kommt dann der interessanteste Punkt des ganzen Tages: der Doser Wasserfall.

Doser Wasserfall
Doser Wasserfall

Direkt am Hauptweg zweigt der Wasserfallweg ab. Über mehrere hundert Meter geht es direkt am Wasserfall entlang steil bergauf. Hier gibt es haufenweise Fotomotive. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Danach geht der Weg in ständigem Auf und Ab weiter am Berg entlang in Richtung Stanzach.

Leider wurde das Wetter immer schlechter und die letzten 5km hat es dann ordentlich geregnet und so waren alle froh, als wir nach 21km am Hotel ankamen.

Stanzach – Wängle

Der Tag begann genauso wie der letzte aufgehört hatte mit Regen. Von den Bergen ringsum war nicht viel zu sehen. Da es auf der Etappe keine vernünftige Einkehrmöglichkeit gibt, decken wir uns im Sparmarkt noch mit Proviant ein. Die Möglichkeiten auf dem Lechweg in Gaststätten oder Hütten Rast zu machen, sind sowieso recht eingeschränkt. In Elbigenalp war Mittwochs alles geschlossen, am nächsten Tag Richtung Stanzach war überall Donnerstags Ruhetag. Das ist echt ärgerlich ! Da der Regen einfach nicht aufhören wollte, haben wir unsere heutige Etappe nach 11.5km abgebrochen und sind die letzten 10km mit dem Bus gefahren…

Wängle – Füssen

In der Nacht hat es nahezu ohne Unterbrechung geregnet und gewittert. Aufgrund der Wettervorhersage haben wir unsere heutige Etappe ein wenig geändert. Statt in Wängle zu starten haben wir uns heute früh mit dem Taxi nach Pflach chauffieren lassen. Mit der Gästekarte, die wir beim Checkin vom Hotel bekommen haben, kostet die Taxifahrt pro Person nur drei Euro. D.h. wir hatten heute neun km weniger und stattdessen mehr Zeit für die Königsschlösser.

Die Warteschlange vor der Marienbrücke ist enorm, aber die Aussicht ist wirklich phänomenal. Im Minutentakt fahren hier die Autobusse hoch. Deutsch hört man hier allerdings fast gar nicht 🙁

Schwer Finisher
Lechweg Finisher

3 Kommentare

  • Hartwig und Gabi Radermacher

    Hallo liebe Lech-Wanderer,
    gerne haben wir Euch auf diesem Weg virtuell begleitet. Schade nur, dass das Wetter nicht so schön war wie im letzten Jahr.
    Wir wünschen Euch einen schönen letzten Abend und eine gute Heimreise!
    Gabi und Hartwig

  • Hartwig und Gabi

    Wir haben auf diese Weise gern an Eurer Wanderung teilgenommen und finden es auch schade, dass das Wetter nicht so mitspielt wie im letzten Jahr! Wir wünschen Euch aber noch einen schönen letzten Abend und eine gute Heimreise!

  • Anonymous

    Vielen Dank,das wir auf diesen Weg von euch informiert werden so sind wir auch ein bisschen dabei. Liebe Grüße von Petra und Asti und habt noch eine schöne Zeit. Ich freue mich schon auf die nächsten Berichte.

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