Mit dem Wohnwagen durch Schweden

Vom 21.06.2014 bis 13.07.2014 haben wir mit unserem Wohnwagen einen Rundreise durch Schweden gemacht. Nach 3657 km sind wir nun wieder zu Hause angekommen und es ist Zeit ein kleines Fazit zu ziehen. Ich fang mal mit dem Fahren an. Autofahren in Schweden ist mega entspannend. Die Straßen sind alle sehr breit, es herrscht (von den größeren Städten mal abgesehen) so gut wie kein Verkehr und die meiste Zeit geht es geradeaus. Bis auf wenige Stellen ist die maximale Geschwindigkeit 80 km/h. Da die Schweden einen Großeinkauf in Sachen Blitzer gemacht haben (teilweise kommt jeden Kilometer einer !), halten sich auch alle an die Vorgaben. Das Ergebnis ist: es wird nicht gedrängelt und nicht überholt.

Landschaftlich ist Schweden nicht so interessant wie beispielsweise Norwegen. In den Bereichen, in denen wir uns bewegt haben (bis hoch zum Siljansee) war es maximal etwas hügelig. Links und rechts der Straße ist immer Wald, unterbrochen nur von den zahlreichen Seen. Kulturell hat Schweden dafür einiges zu bieten. Sehenswerte Schlösser, Kirchen und Museen gibt es jede Menge. Auch Eisenbahnfans kommen hier auf ihre Kosten. Auf unserem Weg haben wir viele Museumsbahnen gesehen, die auch einen Fahrbetrieb haben. Nicht gefallen hat uns die Ostseeküste. Wir waren an 3 Stellen am Meer, auf Öland, bei Kivik und kurz vor Trelleborg. An allen Stellen hat das Wasser fürchterlich gestunken. Ursache hierfür sind wohl die vielen angeschwemmten Algen. Hier möchte ich keinen Urlaub verbringen !

Reiseroute Schweden 2014
Reiseroute Schweden 2014

Anreise Kiel – Göteborg

Punkt acht sind wir in Honsberg gestartet. Beate hatte kurz vor sieben Penny zur Hundepension gebracht.  Zwischen Münster und Osnabrück hatten wir dann einen dicken Stau. Eine geschlagene Stunde haben wir vor einer Baustelle gestanden. Danach lief aber alles glatt. Um vier Uhr waren wir dann schon auf dem Schiff.

Heute beginnt die Kieler Woche und in der Stadt war echt viel los. Wir sind dann noch zwei Stunden durch die City gebummelt. Spannend wurde es dann während des Fussball Spiels.
Ca. 10 Minuten vor Schluss fiel der Strom aus und eine Minute später ging der Generalalarm los. Der Captain hat dann eine Durchsage gemacht das es einen Brand im Maschinenraum gibt und sich alle zu den Sammelpunkten begeben müssen.  Dort trafen wir dann einige ältere Leute im Schlafanzug, die wohl schon im Bett waren ?  Das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Nach ca.15 Minuten gab es dann Entwarnung, Feuer gelöscht  und wir konnten zu den Kabinen. 20 Minuten später wurden dann die Maschinen wieder gestartet und es ging weiter. Gott sei Dank. ?

Fähre Kiel - Göteborg
Fähre Kiel – Göteborg

Nach dem Theater auf der Überfahrt sind wir dann heute morgen bei strahlendem Sonnenschein in Göteborg angekommen. Wohnwagen und Auto haben wir wenige hundert Meter vom Fähranleger abgestellt und sind dann zu Fuss in die Stadt gelaufen. Mittags haben wir uns dann langsam auf den Weg gemacht und stehen jetzt auf einem sehr schönen Platz in Lidköping nur ca. 100m vom Ufer entfernt am Vänern, dem größten See in Schweden.

Campingplatz bei Lidköping

Lidköping und Umgebung

Heute war ein sehr schöner Tag. Sonnenschein von früh bis spät. Der Wind ist allerdings noch ziemlich kalt. Wir beide sind direkt als Touristen erkennbar.  Wir haben uns für lange Hosen, Shirt mir langem Ärmel und stellenweise mit Strickjacke entschieden.  Ganz im Gegenteil zu den Schweden. Die sieht man meistens in Shorts , T-Shirt,  oder teilweise noch weniger. Echt krass, die haben wirklich ein völlig anderes Temperatur Empfinden ?
Heute Morgen sind wir zuerst in den Ort gegangen. Lidköping ist ein wirklich nettes kleines Städtchen.  Alles ist tipptopp sauber und gepflegt.

Schloss Läckö
Schloss Läckö

Lidköping – Karlstadt

Heute stand eine kleine Reiseetappe an. Nach dem Frühstück gings erst einmal nach Mariestad. Im Ort haben wir uns u.a. den Dom angeschaut. Dort fand gerade eine Orchester Probe statt. Die waren richtig gut. Leider klappt es nicht das Video mit Ton hochzuladen 

Kirche in Mariestad
Kirche in Mariestad

Danach haben wir in Sjötorp am Göta Kanal gehalten. Über 3 Schleusen werden die Schiffe aus dem Vänern in den Kanal gehoben. Heute haben wir uns hier nicht lange aufgehalten, denn den Göta Kanal werden wir später noch einmal ausführlicher besuchen. Der letzte Zwischenstopp war dann bei der Picasso Statue in Kristinehamn. Kunst ist ja nicht so mein Ding, aber es lag halt auf dem Weg 

Picasso Statue in Kristinehamn
Picasso Statue in Kristinehamn

Heute bleibt die Campingküche mal kalt. Nachdem wir unseren Wohnwagen auf dem Campingplatz abgestellt haben, sind wir nach Karlstad gefahren, haben uns dort noch ein bisschen umgeschaut und dann auch dort gegessen.

Karlstadt – Rättvik

Der heutige Tag war eine reine Fahretappe. So gegen Zehn heute morgen sind wir in Karlstad aufgebrochen.  Über 280km gings dann nach Rättvik, wo wir um vier ankamen. Hier ist es deutlich kühler.  Das Thermometer zeigt nur 16 Grad und das wird sich auch die nächsten Tage nicht wesentlich ändern. Autofahren in Schweden ist ziemlich entspannend. Kein Verkehr,  die Straßen sind total breit, es geht fast immer geradeaus und man zockelt mit maximal 80km/h daher. Entspannender kann Autofahren nicht sein ?

Rättvik

Orsa Bjoernpark
Orsa Bjoernpark

Unsere Unternehmungen für heute mussten wir ein wenig ändern, denn seit gestern Abend regnet es hier fast  ununterbrochen :'(
Im Bärenpark bei Orsa war es noch einigermaßen trocken.  Wie man sieht stört das Wetter die Bären überhaupt nicht. In Nusnäs haben wir uns in einer Werkstatt die Herstellung der Dalarna Pferdchen angeschaut. Hier ist noch alles Handarbeit.  Dementsprechend sind allerdings auch die Preise.

Werkstatt für Dalarna Pferdchen
Werkstatt für Dalarna Pferdchen
Dalarna Pferdchen
Dalarna Pferdchen

Stockholm

Wegen des schlechten Wetters sind wir heute (einen Tag früher als geplant) nach Stockholm weiter gefahren. Die Aussichten für die nächsten Tage sind zwar hier auch nicht so toll, aber wenn’s regnen sollte gibt’s hier zumindest viele Museen die man sich anschauen kann 🙂
Der Tag begann recht freundlich und sonnig.  Nachdem Frühstück haben wir uns ein 3-Tages Ticket für Bus und Bahn besorgt und in die Stadt gefahren.   Die U-Bahn oder wie sie hier heißt „Tunnelbana“ hält nur knapp 600m hinter dem Campingplatz.  Echt ideal. Durch Zufall haben wir dann den Wachwechsel vor dem Stadt Schloss mitbekommen.  Mit Musikkappelle und großem Tamtam ziehen die durch die Stadt zum Schloss.

Wachablösung Stockholm
Wachablösung vor dem Stadtschloss in Stockholm

Am Nachmittag haben wir eine Rundfahrt durch die inneren Schären gemacht. Nach der ganzen Lauferei waren wir ganz froh auf dem Schiff im Warmen sitzen zu können.

Das Wetter ist etwas besser geworden.  Heute haben wir keinen Regen abbekommen  Der heutige Museums-Tag war ganz schön anstrengend.  Heute Vormittag waren wir in Drottningholm.  Da wohnt die königliche Familie.  Tolles Schloss. Jede Menge Security, Fotografieren im Schloss war überall verboten, aber ein Foto habe ich doch geschafft.

Im abgesperrten Teil des Parks wurde für die Taufe von Leonore aus Blumen ein „L“ mit Krone angelegt.
Am Nachmittag waren wir noch im Vasa Museum.  Die Vasa, der Stolz der schwedischen Marine, ist nur 25 Minuten geschwommen und dann untergegangen.  Also Vorsicht beim Betreten schwedischer Schiffe ?

Vasa
Vasa

Der Kahn ist so groß, dass man ihn gar nicht ganz auf’s Bild bekommt…

Heute war unser letzter Tag in Stockholm.  Es gab auch heute wieder viel zu sehen. Beate war heute morgen shoppen. Ich hab während der Zeit noch ein paar Sehenswürdigkeiten abgelaufen.

Altstadt Stockholm
Altstadt Stockholm

Fazit:
Stockholm ist eine tolle Stadt und wirklich zu empfehlen.  Es gibt viele kleine Parks in der Stadt, alles ist unglaublich sauber und die Leute sind total freundlich.
Trotzdem bin ich froh das es ab morgen wieder etwas ländlicher wird 🙂

Örebro

Heute sind wir von Stockholm nach Örebro gefahren.  Das sind etwa 200km. Unterwegs haben wir einen längeren Stopp in Mariefred gemacht.  Dort liegt das Schloss Gripsholm ganz malerisch direkt an einem See.  Leider war das Wetter nicht ganz so malerisch,  aber ab morgen soll es deutlich besser werden.

Schloss Örebro
Schloss Örebro

Das Innere war bei weitem nicht so interessant wie Drottningholm.  In geschätzten 60 Räumen hingen hunderte Porträts der gesamten königlichen Sippe. Schnarch….
Spannender war da schon die Museums Eisenbahn im Ort.

Museumseisenbahn in Örebro
Museumseisenbahn in Örebro

Heute war ein echter Urlaubstag. Nur ein kleines bisschen Programm,  stattdessen haben wir die meiste Zeit faul in der Sonne gesessen ? Am Vormittag sind wir ein bisschen durch Örebro gelaufen,  haben das Schloss von allen Seiten fotografiert,  den Stadtpark und ein Freilichtmuseum angeschaut und ein paar Lebensmittel eingekauft. In der Stadt ist mir wieder einmal aufgefallen wie sauber und ordentlich alles ist. Ständig sieht man irgendwelche Leute von der Stadt Müll aufsammeln und Wege und Grünanlagen pflegen. Da sind uns die Schweden Lichtjahre voraus ?

Borensberg

Wir sind heute morgen von Örebro nach Borensberg gefahren. Nach dem tollen Wetter gestern war es heute komplett anders. Schon kurz nach dem Frühstück begann es erneut zu regnen. Erst am Nachmittag hörte es auf und nach fünf kam dann sogar die Sonne raus. Am Nachmittag sind wir mit dem Auto, den Wohnwagen hatten wir zuvor schon auf dem Campingplatz in Borensberg abgestellt, nach Motal und Vadstena gefahren.  Über Motala stand in  unserem Reiseführer nichts drin. Zu recht !
Vadstena war dagegen ein hübsches kleines Städtchen. Sehr nett

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Der Tag begann mit einem Frühstück draußen!  Auf dem Platz haben wir uns dann zwei Fahrräder geliehen und sind dann am Göta Kanal entlang bis nach Berg gefahren.  Die Schleusentreppe dort mit 7 Stufen hintereinander ist hier am Kanal die Attraktion.

Schleusentreppe bei Berg
Schleusentreppe bei Berg

Nach einer ausgiebigen Pause gings dann wieder zurück. Das Fußballspiel haben wir auf dem Campingplatz in Borensberg über Internet direkt vor unserem Wohnwagen geschaut.  Der Fernsehraum hatte ca. 6qm und roch etwas muffig . Während des Spiels mussten wir zwei mal das Programm wechseln. So was beklopptes habe ich noch nicht erlebt. Die erste Viertelstunde kam auf Schweden 1, dann ca. 1 Stunde auf Schweden 2 und der Rest kam auf dem Kunstkanal. Das hätte bei uns einen nationalen Aufstand gegeben. Das haben die bestimmt nur gemacht weil Schweden überhaupt nicht dabei ist 🙂

Borgholm auf Öland

Wir sind jetzt auf der Insel Öland.  Etwa 280km sind wir heute gefahren.  Recht ereignislos.  Gestoppt haben wir in Vimmerby. Dort hat Astrid Lindgren gelebt. Vor der Stadt gibt’s einen Freizeitpark der sich nur diesem Thema widmet. Im Ort selbst weißt nicht viel auf sie hin.
Der Campingplatz in Borgholm liegt direkt am Meer. Von unserem Stellplatz sind es nur ca. 50m.

Campingplatz auf Öland
Campingplatz auf Öland

In den Ort hinein sind’s auch nur ein paar hundert Meter. Sehr schön. Ein super Tag (gestern) liegt hinter uns. Von früh bis spät schien die Sonne und es war fast 28 Grad warm. Wir haben uns ein wenig die Insel angeschaut und waren unterwegs auch im Meer baden und natürlich haben wir Fotos von den hier typischen Windmühlen gemacht.

Windmühle auf Öland
Windmühle auf Öland

Und natürlich haben wir uns auch die königliche Sommer Residenz angeschaut.

Sommerresidenz der Königsfamilie auf Öland
Sommerresidenz der Königsfamilie auf Öland

Kalmar und Kosta

Das Faulenzen auf Öland ist nun vorbei. Heute sind wir über Kalmar ins ‚Glasreich‘ nach Kosta gefahren. In Kalmar haben wir uns Schloss und Altstadt angeschaut.  Das Schloss allerdings nur von außen.  So langsam sind wir gesättigt was Schlösser angeht 

Schloss Kalmar
Schloss Kalmar

Schloss Kalmar

Auf dem Campingplatz hier in Kosta sind wir fast allein. Dafür gehört zum Platz ein großes Freibad dazu, und das haben wir dann heute Nachmittag auch gleich ausprobiert.

Kosta

Heute haben wir unsere Elchsafari gemacht. Gleich 5 Exemplare haben wir gesehen.  Der ‚Älgpark Grönåsen‘ in der Nähe von Kosta ist einer der größten und bekanntesten Elchparks in Schweden.

Grönäsens Älgpark
Grönäsens Älgpark

Nachmittags haben wir noch mehrere Glasfabriken besucht, in der Hoffnung ein landestypisches Souvenier abstauben zu können.  Aber leider haben wir nicht gefunden was uns gefiel, bzw. bezahlbar war. Aber wir konnten den Glasbläsern bei der Arbeit zuschauen.

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Wenn man sieht wie aufwendig es ist eine Dekoschale herzustellen, kann man verstehen warum die Dinger so teuer sind.

Kivik

Bei super Sommer Wetter sind wir heute Morgen in Kosta aufgebrochen. Schon beim Frühstück waren es fast 26 Grad. Geplant war etwa 140km bis Ahus (ein kleiner Ort direkt am Strand) zu fahren. Dort angekommen mussten wir ein wenig umdisponieren. Da in Ahus ein Beach Volleyball Turnier stattfindet, war der ganze Campingplatz dafür reserviert. Wir sind dann noch etwa 30km weiter bis Kivik gefahren. Der Campingplatz liegt auf einer Anhöhe und ist auch nur ein paar hundert Meter vom Meer entfernt.

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Den Nachmittag über haben wir am Strand gelegen. Schwimmen war hier allerdings nicht so gut möglich. Im Wasser war sehr grober Kies und ohne Badeschuhe ging da gar nichts.
Abends haben wir noch am Hafen gegessen.

Trelleborg

Der letzte Urlaubstag in Schweden ist nun fast vorbei. Morgen früh fahren wir mit der Fähre zurück nach Deutschland.
Auf der Fahrt hierhin haben wir noch an  zwei interessanten Stellen gehalten. Zuerst waren wir bei ‚Ales Stenar‘, das ist das schwedische ‚Stonehenge‘. Es ist ein Grab in Schiffsform.

Ales Stenar
Ales Stenar

Die Form kann man auf dem Bild leider nicht gut erkennen 
Später waren wir noch in Ystad. Das ist die Stadt in der die Wallander Krimis spielen.
Jetzt sind wir ca. 3km vor dem Fähranleger in Trelleborg, haben die Sonne genossen und auf einen gelungenen Urlaub angestoßen.

Kurz nach 6 heute Morgen haben wir den schlechtesten Campingplatz des ganzen Urlaubs verlassen. Beim Einchecken auf die Fähre von Trelleborg nach Rostock herrschte das totale Chaos.  Über eine Stunde haben wir in der Schlange gestanden und nach uns kamen noch jede Menge.

Trelleborg - Rostock
Trelleborg – Rostock

Das Schiff der Stenaline ist deutlich schlechter wie auf der Hinfahrt.  In der Kabine stinkt es fürchterlich nach Farbe oder Verdünnung. Eigentlich eine Zumutung 
Nach der Ankunft werden wir uns noch einwenig Rostock anschauen und dann geht’s endgültig nach Hause.

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