Mit dem Auto durch den Nordwesten der USA

Während einer dreiwöchigen Reise werden wir durch die Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho, Wyoming und Montana fahren. Start und Zielpunkt ist Seattle. Von dort gehts zunächst durch den Olympic National Park und dann ein kleines Stückchen über den Oregon Coast Highway an der Pazifikküste entlang. Hinter Portland fahren wir dann durch die Columbia River Gorge entlang nach Copperfield. Hier beginnt der Hells Canyon. Über den Craters of the Moon National Park und  Jackson gelangen wir dann in den Yellowstone Nationalpark. Von hier aus geht’s dann ziemlich weit nach Norden nach St.Mary. Das liegt an der Ostseite des Glacier NP. Über die Going to the Sun Road fahren wir dann nach Spokane. Von Spokane sind es dann nur noch ca. 300km bis Winthrop, wo wie einige Tage bei meinem Bruder verbringen werden, bevor es dann von Seattle wieder zurück nach Deutschland geht. Die grobe Reiseroute sieht so aus:

Reiseroute Nordwesten der USA

Seattle

Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang sind wir in Seattle angekommen. Gelandet sind wir zwar schon gegen 17 Uhr, aber Einreise, Zoll und Mietwagen abholen haben doch ganz schön lange gedauert. Das Abholen des Mietwagen war echt schwierig. Erst haben wir den Bus Shuttle nicht gefunden, dann hat der Taxifahrer uns am falschen Ort raus gelassen und das Auto war auch nicht da wo es sein sollte…Aber bei diesem Sonnenuntergang vergisst man schnell, wie anstrengend der Tag war.

Sonnenuntergang in Seattle
Sonnenuntergang in Seattle

Mit dem Bus sind wir heute morgen vom Hotel nach Seattle Downtown gefahren. Die Busse kommen hier in kurzen Abständen, so dass man selten lange warten muss und mit nur 2,50$ ist das echt preiswert. In der Stadt waren wir dann zuerst am Pike Place Market. Der Markt liegt oberhalb der alten Docks und ist eine der Hauptattraktionen in Seattle. Quer durch Downtown sind wir dann zur Space Needle geganngen. Dieser Turm wurde für die Weltausstellung 1962 gebaut und war Schauplatz in mehreren Kinofilmen. An der Waterfront mit den alten Docks gibt es zahlreiche (hauptsächlich Fisch-) Lokale. Die sind allerdings auch ziemlich teuer.

Von West Seattle sind wir heute morgen zunächst mit der Fähre hinüber nach Southworth gefahren und dann weiter nach Sequim. Das liegt schon auf der Olympic Halbinsel. Im Hotel hatte man uns den Tipp gegeben in Sequim die „Dungeness Bay“ zu besuchen. Das ist ein Naturschutzgebiet rund um eine schmale ca. 8km lange Landzunge am Pazifik. Am Ende der Landzunge steht ein alter Leuchtturm. Die ganze Wanderung dorthin haben wir aber nicht gemacht. Das war uns zu lange und zu beschwerlich, denn es gibt keinen einfachen Wanderweg, sondern man muss die ganze Zeit über die unzähligen angeschwemmten Baumstämme klettern. Dieser Abstecher hat sich wirklich gelohnt. Ohne den Tipp wären wir sicherlich nicht hingekommen.

Die Menschen hier sind alle total freundlich. Wenn man nur einem Moment stehen bleibt und auf den Stadtplan schaut um den richtigen Weg zu suchen, wird man gleich angesprochen. Das ist man aus Deutschland nicht gewohnt. Ab Port Angeles wollten wir eigentlich zur Hurricane Ridge fahren. Das ist ein bekannter Aussichtspunkt auf 1600m Höhe. Das hätte sich aber nur bei guter Sicht gelohnt und über den Bergen sah es ziemlich nach Regen aus. Deswegen sind wir dann gleich weiter nach La Push gefahren. Im Oceanside Resort haben wir ein Zimmer direkt am Strand bekommen. Bekannt ist der Ort aus den Twilight Filmen. Der Strand mit der gewaltigen Brandung und den kleinen vorgelagerten Inselchen ist einfach unbeschreiblich. Hier gibt’s wirklich nur Natur und sonst nichts. Und das ist wörtlich gemeint: es gibt kein Fernsehen, kein Telefon und auch kein Wlan. Zum Glück gibt es wenigstens ein Restaurant im Ort 🙂

Ruby Beach

Wer Washingtons Pazifikküste besucht, der muss hier einen Stop einlegen. Ruby Beach muss man einfach gesehen haben. Der Ort hat etwas mystisches. Durch die starke Brandung entsteht ständig ein leichter Nebel der über den Strand weht. Zusammen mit den Felsen und den vielen toten Baumstämmen ist das einfach unglaublich schön. Ruby Beach liegt allerdings so ziemlich am Ende der Welt. Bis zum nächsten Ort auf unserer Route sind es über 200km. Dazwischen gibt es nur Wald und sonst nichts…

Columbia River Gorge

Unsere Route führte heute immer am Columbia River entlang. Der Fluss bahnt sich auf seinen letzten 100km eine Weg durch das Küstengebirge der „Cascade Range“. Direkt am Berg entlang verläuft der Historic Columbia River Highway. Von mehreren Aussichtspunkten hat man einen tollen Blick auf die Schlucht des Columbia River.

Der Historic Columbia River Highway läuft hoch über dem Fluss am Berg entlang. Auf einer Strecke von etwa 40km liegen zahlreiche Wasserfälle. Der bekannteste ist der Multnomah Wasserfall. Wir haben Leute getroffen, die fast 20 Minuten in einer Autoschlange für einen Parkplatz gewartet haben. Glücklicherweise hatten wir an dem Wahkeena Fall (kommt ca. 1 km vorher) schon geparkt. Fast 190m fällt das Wasser in zwei Stufen herab. Wir sind hier ein schönen, aber unglaublich steilen, Trail bis zum Beginn der Fälle gewandert.

Hells Canyon

Heute sind wir von Baker City aus zum Hells Canyon gefahren. An der tiefsten Stelle ist er tiefer als der Grand Canyon. Da Beate nicht so gerne Boot fährt, wollten wir eigentlich dort nur ein wenig wandern, aber es kam dann doch anders. Auf der Straße durch den Canyon haben wir dann an einem Aussichtspunkt eine Gruppe Amerikaner getroffen, die die Bootstour auf dem Snake River machen wollten. Man versuchte uns gleich zu überreden, die Tour auch mitzumachen. Ca. 20 km später haben diese Gruppe dann beim Bootsanleger wieder getroffen. Beate hat sich das Boot angeschaut und mit dem Captain gesprochen, der ihr versichert hat, dass diese Tour auch für Babys geeignet ist. Und so sind wir dann kurz entschlossen mitgefahren. Das war ein tolles Erlebnis. Unterwegs haben wir an einer verlassenen Pferde Ranch halt gemacht. Es ist kaum vorstellbar wie die Menschen damals gelebt haben.

Craters of the Moon

Unser heutiges Ziel ist das Craters of the Moon National Monument. Das Gebiet aus Vulkanen, Lavaströmen und Lavafeldern liegt in einem entlegenen Gebiet von Idaho. Im Rahmen des Apollo-Programms nutzten Astronauten das Gebiet kurzzeitig zur Ausbildung. Die Straße dorthin verläuft über ca. 60Km absolut schnur geradeaus. Auf dem ganzen Weg liegen nur eine Handvoll kleiner Ranches. Durch die Lavafelder führt eine 7 Meilen lange Strasse mit mehreren Haltepunkten an denen die unterschiedlichen Lavaformationen erklärt und begangen werden können.

Grand Teton National Park

Heute ist so viel passiert, dass es viel zu lange dauern würde alles auf zu schreiben. Von Jackson sind wir heute früh in den Grand Teton Nationalpark gefahren. Am String Lake haben wir eine kleine Wanderung gemacht. Das liegt auf ca. 2200m Höhe. Die Landschaft ist total beeindruckend. Da kommt man aus dem Staunen nicht raus…

Yellowstone National Park

Dieser Park ist einfach unglaublich. Es gibt soviel zu sehen, dass man hier ohne Probleme einen ganzen Urlaub verbringen könnte ohne die Gefahr das es langweilig wird. Wir haben uns daher entschlossen unsere Reiseplanung etwas zu ändern, um noch einen Tag länger hier bleiben zu können. Überall blubbert und dampft (und stinkt) es. Die Geysire gibt es in allen möglichen Arten und Größen. Leider stinken alle. Teilweise bleibt einem echt die Luft weg, wenn der Wind ungünstig steht. Die Tiere sind im Park auch ein echtes Highlight. Wir haben heute direkt neben der Strasse Bisons (davon gibt es hier unglaublich viele), Elche, Bighorn Schafe und einen Grizzlybär gesehen.

An unserem letzten Tag im Yellowstone sind wir zu dem Midway Geyser Basin gefahren. Dort liegt der Grand Prismatic Spring. Das ist ein Pool der in allen Regenbogenfarben leuchtet. Leider war der Wanderweg zu dem Aussichtspunkt über dem Pool gesperrt. Aber auch direkt vom Rand sind die Farben schon beeindruckend.

Grand Prismatic Spring
Grand Prismatic Spring

Die Mammoth Hot Springs liegen am nördlichen Eingang des Yellowstone und sind die letzten heissen Quellen, die wir besichtigen. Am Kreisverkehr hinter dem Parkeingang hatte es sich eine Herde Elks (Hirsche) im Schatten von ein paar Bäumen gemütlich gemacht. Das tausende Touristen nur wenige Meter an ihnen vorbeigingen, störte sie überhaupt nicht.

Karaoke Abend in Bozeman

Der Reisebericht für Heute fällt aus. Wir sind auf unserem Weg in Bozeman Montana im „19th Hole Bar and Grill“ gelandet. Heute (immer Mittwochs) ist hier Karaoke Abend. Wirklich gut singen kann hier niemand, aber die Stimmung ist echt super. Der Laden ist voll und bei den meisten Songs singt die ganze Bar mit.

19th Hole Bar and Grill
19th Hole Bar and Grill

Glacier National Park

Von unserem Hotel in Kalispell sind wir heute morgen in den Glacier Nationalpark gefahren. Nach dem gestrigen Regen hingen die Wolken heute morgen noch tief, aber das sollte sich im Laufe des Tages noch ändern. Das eigentliche Highlight des Parks, die „Going to the Sun Road“ war nur bis Avalanche befahrbar. In den Bergen fällt soviel Schnee, dass die Strasse oft erst Ende Juli geräumt ist. Wir haben -wie viele andere auch- die Wanderung zum Avalanche Lake gemacht. Das ist ein idyllischer kleiner Bergsee. Die Tiere hier stören sich überhaupt nicht an die Menschen. Auf dem Weg hinauf ist uns ein Elk (Hirsch) begegnet, der total gemütlich 5 Meter neben uns durch den Wald ging. Den Groundhog und den Vogel haben wir bei unserer Kaffeepause nach der Wanderung am Lake Mc Donald gesehen.

Core d’Alene

Coeur d’Alene ist eine hübsche Kleinstadt in Idaho. Im Gegensatz zu vielen anderen Örtchen die wir gesehen haben, ist hier richtig was los. Das liegt zum einen an der Lage (direkt am See mit Sandstrand), aber auch daran das es hier eine Universität gibt. Zum Abendessen waren wir im „Iron Horse“, das direkt an der Mainstreet liegt. Hier gab es soviele urige Typen zu sehen, das man aufpassen musste das einem das Essen nicht kalt wurde. Essen, schauen und Bilder machen war einfach zu viel. Deswegen gibt’s leider keine Bilder davon 🙁

Coeur d'Alene

Grand Coulee Dam

Auf dem Weg nach Winthrop liegt der Grand Coulee Dam. Das ist das größte Wasserkraftwerk der USA. Leider hatte eine Führung durch das Kraftwerk gerade schon begonnen und auf die nächste hätten wir mehrere Stunden warten müssen. So mussten wir uns mit dem Visitorcenter und dem Blick von einem nahen Aussichtspunkt begnügen.

Winthrop

Winthrop ist eine Kleinstadt im Meathow Valley in Washington. Hier sieht heute noch alles so aus wie vor Hundert Jahren. Dieser alte Wild-West Look ist heute das besondere Image von Winthrop. Neubauten und Renovierungen müssen diesen Stil beibehalten. Das hat sich offensichtlich bewährt. Denn im Sommer leben hier ca. 8000 Menschen wovon nur ca. 350 permanent hier wohnen. Ringsum den Ort gibt es zahlreiche kleine Badeseen. An einem davon, dem Patterson Lake, sind wir beim Wandern vorbeigekommen. Leider hatten wir kein Badezeug dabei 🙁

Patterson Mountain

Von Winthrop aus sind wir heute zum Patterson Lake gefahren. Direkt am See liegt der Wanderparkplatz an dem der Patterson Mountain Loop Trail beginnt. Zwischen Mengen von Sage Brush hindurch schlängelt sich der Pfad steil bergauf. Nach ca. 3,5km und 350 Höhenmeter hat man den Gipfel erreicht. Von hier oben hat man einem tollen Blick auf die umliegenden Berge und auf einen großen Teil des Meathow Valley. Da die Luft hier immer sehr trocken und klar ist, kann man im Westen sogar die schneebedeckten Berge der North Cascades sehen.

In der Umgebung von Winthrop gibt’s laut Prospekt der Stadt zehn Attraktionen die man gesehen haben muss. Einige davon hatten wir schon besucht und gesehen bevor wir wussten das es überhaupt eine Attraktion ist 🙁
Der Falls Creek Wasserfall und der Picnic Bereich am Lake Pearrygin sind allerdings wirklich sehenswert. Im See schwimmen ist zu dieser Jahreszeit aber nur etwas für abgehärtete Naturen.